Von Dipl.-Ing. Heinz-Peter Curdts (aus "Der Kirdorfer" 1/2006)
Kirdorf hat jetzt seinen eigenen Park. Zugegeben: Mit dem Kur- oder Schlosspark kann er nicht konkurrieren, aber darauf kommt es auch nicht an. Immerhin ist es eine kleine, aber feine Anlage, die zur Zeit hinter dem Sportplatz Wiesenborn entsteht. Der Dschungel wurde etwas gelichtet, der Kirdorfer Bach wird wieder ans Tageslicht gebracht und ein Weg angelegt.
Ferner wird der Abschnitt zwischen Bachstraße und Raiffeisenstraße neu gestaltet, so dass mit dem vor längerer Zeit bereits neu gestalteten Bereich hinter dem ehemaligen Altersheim „Don Sarto“ (heute Wohnheim des IB Behindertenhilfe) eine sehenswerte Grünanlage entsteht.
Hintergrund der Maßnahme ist ein schon älterer Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, die Bäche im Stadtgebiet zu renaturieren und die in den 70er Jahren erfolgte, aus heutiger Sicht unkluge, Verrohrung rückgängig zu machen.
Die parallel zu den Bächen verlaufende Fußwegverbindung basiert auf einem Vorschlag der Agenda-Gruppe Mobilität und Verkehr (Tiefenbachweg, siehe Artikel in Der Kirdorfer 1/2004), den die SPD aufgenommen und als (einstimmig angenommenen) Antrag in den Verkehrsausschuss eingebracht hatte.
Die jahrelang verwilderte Grünfläche westlich der Höllsteinstraße soll sich in eine straßenunabhängige, bachbegleitende und in einem Grünzug liegende Wegeverbindung zwischen Kurpark und Kirdorfer Feld verwandeln.
Im Bereich des Kirdorfer Baches kann dabei auch näherungsweise die frühere Trassierung des Weberpfades nachgebildet werden, der ja ursprünglich am Sanatorium Baumstark begann (siehe unser Artikel in Der Kirdorfer 1/2005).
Insgesamt entsteht hier ein weiteres klassisches Naherholungsgebiet mit zahlreichen Vorteilen: Durch die gelichtete Vegetation wird die Frischluftzufuhr vom Kirdofer Feld in die Innenstadt verbessert (die berühmte Champagnerluft), es entsteht Lebensraum für bedrohte Tierarten, und schließlich hat die wieder hergestellte Talaue auch die Funktion eines Überschwemmungsgebietes (Retentionsraum) und kann somit die Hochwasserlage weiter bachabwärts etwas entspannen.