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Barrierefreie Stadt - Wunsch und Wirklichkeit

Von Dipl.-Ing. Heinz-Peter Curdts

A. Wunsch

Der Magistrat wird gebeten, sein Konzept zur Erreichung einer behindertengerechten barrierefreien Stadt im Jugend- und Sozialausschuss sowie im Bau- und Planungsausschuss vorzustellen.

Zur Realisierung des Projektes barrierefreies Bad Homburg sollten folgende Punkte besondere Berücksichtigung finden:

  • Es soll baldmöglichst ein Maßnahmenkatalog erstellt werden, in welchem aufgeführt wird, welche Mängel bestehen und wie sie behoben werden können, z.B. Absenkung der Bürgersteige, für Blinde ausgestattete Lichtsignalanlagen, nötiger Umbau der Haltestellen, Erreichbarkeit von Wahllokalen, Errichtung von Behindertenparkplätzen, Bedienbarkeit von Parkscheinautomaten usw.
  • Alle unter der Beteiligung der Stadt Bad Homburg errichteten und geförderten Baumaßnahmen werden grundsätzlich unter der entsprechenden DIN-Norm zum barrierefreien Bauen für Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen geplant und durchgeführt. Das betrifft sowohl Gebäde als auch Straßen und Plätze.
  • Bei privaten Bauvorhaben wird, soweit öffentlich zugängliche Flächen bzw. Räume errichtet werden sollen, auf die Einhaltung barrierefreier Gestaltung geachtet.
  • Sämtliche ÖPNV-Haltestellen sollen barrierefrei erreichbar und die Verkehrsmittel des ÖPNV sollen für Behinderte selbständig nutzbar sein.

(Einstimmiger Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 19. September 2002, SV 1/654-2)

B. Wirklichkeit

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Wer mit einem Rollstuhl aus der Maria-Ward-Schule kommt, kommt am Hydrant nicht vorbei und muss auf der Fahrbahn weiterfahren. Die Nutzung des gegenüberliegenden extra breiten Gehsteigs ist mangels fehlender Bordsteinabsenkung unmöglich. Um ganz sicher zu gehen, dass es niemend schafft, hat man sogar noch separate Aufbauten auf die Bordsteinkante gesetzt.

(Weinbergsweg am Eingang zur Maria-Ward-Schule)

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Bäume auf dem Bürgersteig sind nicht ungewöhnlich. Wenn sie aber so intelligent platziert werden, dass man als normaler Mensch kaum vorbeikommt, fragt man sich schon, was das soll.

(Wiesenbornstraße in Höhe Getränke-Firma August Wehrheim)

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Diese Bäume stehen zwar nicht auf dem Bürgersteig, aber die Wurzeln haben den Gehweg soweit angehoben, dass ein Rolltuhlfahrer damit rechnen muss, seitlich auf die Straße umzufallen.

(Höllsteinstraße am Hundepark/Hackwiesen)

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Dieses wunderschöne Gebäude lässt Fußgängern wenig Chance. Rücksichtslose Falschparker tun ein übriges dazu.

(Friedberger Straße kurz vor dem Hotel Victoria)

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Das Auto parkt korrekt (Parken auf Gehwegen ist hier erlaubt) und die Hecke ist auch ordentlich geschnitten. Der offizielle Bürgersteig ist der rosafarbene Teil des Verbundpflasters! Da erübrigt sich ein weiterer Kommentar.

(Goldgrubenstraße zwischen Berliner Straße und Brandenburger Straße)

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Auch hier gibt es nur ein paar Zentimeterchen für die Fußgänger; die Fahrbahnbreite reicht jedoch für 2 LKW (obwohl es nur eine Einbahnstraße ist).

(Frankfurter Landstraße Ecke Gunzoplatz)

C. Nachtrag

Im Rahmen von ohnehin anstehenden Baumaßnahmen wurden bei einigen der vorgenannten Beispiele geringfügige Verbesserungen erzielt. Nach inzwischen acht Jahren erschien uns das etwas sehr dünn. Wir haben daher speziell zum Thema Fußwege einen neuen Anlauf mit dem nachfolgenden Antrag gemacht.

Der Magistrat wird gebeten, ein Konzept für ein barrierefreies Fußwegenetz in Bad Homburg zu entwickeln.

(Einstimmiger Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 25. November 2010, SV 6/1713-2)