Unser Kommunales Wahlprogramm 2006 - 2011
 

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Inhalt:

  1. Sozialpolitik: Die zentrale Aufgabe der Kommunalpolitik
  2. Stadtentwicklung: Sicherung der Lebensqualität und Gestaltung der Zukunft
  3. Verkehr: Mobilität hat eine Schlüsselfunktion
  4. Ökologie: Global denken – kommunal handeln
  5. Kultur, Sport und Freizeit: Quelle von Lebensqualität und Lebensfreude
  6. Wirtschaft, Verwaltung und Finanzen: Standortvorteile, die es zu nutzen gilt

1.) Sozialpolitik: Die zentrale Aufgabe der Kommunalpolitik

Soziale Verantwortung für Bad Homburg

Eine engagierte Sozialpolitik und eine gute soziale Infrastruktur sind wichtige Standortfaktoren und damit zentrale Aufgaben der Kommunalpolitik. Der Zusammenarbeit zwischen städtischen Institutionen und freien Trägern sowie der engen Vernetzung mit privaten Initiativen kommt dabei eine große Bedeutung zu. Für die freien Träger und privaten Initiativen fordert die SPD daher eine höhere Planungssicherheit durch langfristige organisatorische und finanzielle Zusagen.

Politik für Kinder- und Jugendliche

Auch eine Kurstadt sollte für Kinder und Jugendliche attraktiv sein. Immer noch ist das Angebot für junge Bad Homburger nicht ausreichend. Kommunale Jugendpolitik muss darauf ausgerichtet sein, den heranwachsenden Jugendlichen Orientierung zu geben und die Mitwirkung an politischen Entscheidungen zu ermöglichen.

Politik für Familien

Elternrolle und Berufstätigkeit sollten zukünftig besser vereinbar sein. Durch gezielte Hilfsangebote für Familien und Kinder verhindern wir frühzeitig Fehlentwicklungen und soziale Ausgrenzungen sowohl bei den Müttern und Vätern als auch bei den Kindern. Differenzierte und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote helfen Kindern von Anfang an, ihre Lernfähigkeit und Kreativität zu entfalten und zu entwickeln. Der Umfang der Kinderbetreuung muss ausgeweitet werden und sich stärker an den Bedürfnissen der Kinder und Eltern orientieren.

Schulen

Nur in eigener Trägerschaft kann die Stadt unmittelbaren Einfluss auf die schulischen Angebote nehmen. Wir setzen uns weiter dafür ein, den bisherigen abrupten Übergang vom Kindergarten in die Schule fließender und flexibler zu gestalten. Dazu soll es feste Kooperationen und Partnerschaften zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen geben.

Politik für Frauen

Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern auf allen gesellschaftlichen Feldern gehört zu den grundsätzlichen Zielen sozialdemokratischer Politik.

Politik für Senioren

Ziel der kommunalen Seniorenpolitik ist es, ein würdevolles Leben im Alter zu ermöglichen und notwendige Hilfsangebote bereitzustellen. Wir möchten ältere Menschen ermutigen, sich bürgerschaftlich zu engagieren und ihr Wissen und ihre Erfahrung in das gemeinschaftliche Leben einzubringen. Einen größeren Stellenwert müssen dabei generationenübergreifende Angebote bekommen.

Ein großes Thema ist und bleibt das Wohnen im Alter. Viele ältere Menschen wollen dauerhaft selbstständig in ihren bisherigen Wohnungen leben. Das wollen wir unterstützen. Dabei werden wir gemeinsam mit den Wohnungsbaugesellschaften und den freien Wohlfahrtsverbänden vor allem auf ein stärker in die Stadtteile integriertes Wohnungsangebot für ältere Menschen und auf die intensivere Verknüpfung von Wohnen und Betreuungsangeboten achten.

Politik für behinderte Mitbürger

Engagement für ausländische Mitbürger

Integration bedeutet nicht das unterschieds- und gesichtslose Aufgehen in der sozialen und kulturellen Umgebung. Selbstentfaltung und Selbstbestimmung machen ein Miteinander erst möglich. Jeder muss sich in die Gesellschaft integrieren, die Gesellschaft muss es aber auch zulassen und die Voraussetzungen dafür schaffen.


2.) Stadtentwicklung: Sicherung der Lebensqualität und Gestaltung der Zukunft

Die SPD tritt für eine familien-, kinder- und jugendfreundliche sowie senioren- und behindertengerechte Entwicklung der gesamten Stadt und ihrer öffentlichen Einrichtungen ein. Die städtebauliche Entwicklung kann nur auf der Grundlage verbindlicher Bebauungspläne gesteuert werden. Sie sollen ein Konzept für ein funktional zusammenhängendes Stadtgebiet beinhalten. Unter Beibehaltung und Pflege historischer Bezüge und vorhandener Lebensqualitäten, unter Berücksichtigung ökologischer Belange sowie mit Förderung identitätsstiftender Maßnahmen und Aktivitäten sind Chancen zu Eigenentwicklungen zu ergreifen und zu einer modernen, sozialen und lebendigen Stadt zu führen.

Leitlinien der städtebaulichen Entwicklung

Zukunftsfähige sowie kostengünstige Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung

Soziale Infrastruktur

Helfen und Retten

Sicherheit und Prävention


3.) Verkehr: Mobilität hat eine Schlüsselfunktion

Kein Verkehrsträger kann die vorhersehbaren Steigerungen des Verkehrsaufkommens allein bewältigen. Mobilität lässt sich nur durch ein enges Zusammenspiel unterschiedlicher Verkehrsträger sichern, wobei einer flächendeckenden Versorgung mit bezahlbaren Dienstleistungen des ÖPNV eine ökologische und soziale Schlüsselfunktion zukommt.

Fußgängerverkehr

Radfahrerverkehr

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Motorisierter Individualverkehr


4.) Ökologie: Global denken – kommunal handeln

Ökologie – nachhaltiges Denken und Handeln in allen Bereichen

Die SPD tritt für eine nachhaltige Entwicklung aller Bereiche des Lebens und Wirtschaftens ein. Eine integrierte Umweltpolitik sollte als ressortübergreifende Aufgabe verstanden werden. Die Stadt hat eine Vorbildfunktion, muss auf Bürger und Unternehmen zugehen, muss fördern und fordern. Bad Homburg ist Mitglied im Klimabündnis: Wir alle müssen dazu beitragen, den Ausstoß von CO2 (Kohlendioxid) zu reduzieren.

Energie ist endlich

Die fossilen Energieträger (Kohle, Öl, Gas) sind begrenzt und werden immer teurer. Die Zukunftsfähigkeit und Unabhängigkeit unserer Stadt erfordert einen intelligenteren Umgang mit Energie. Sie muss effektiver eingesetzt, der Einsatz regenerativer Energien gesteigert werden. Dazu gehört auch die CO2neutrale Verbrennung land- und forstwirtschaftlicher Produkte.

Wasser ist Leben

Bad Homburg wäre keine Kurstadt ohne die berühmten Heilquellen. Sie müssen genauso geschützt werden wie unser Quell- und Grundwasser.

Abfall ist kein Müll

Die Verringerung der Gesamtabfallmenge durch Müllvermeidung hat oberste Priorität. Unvermeidlicher Abfall ist möglichst wieder zu verwerten (Recycling).

Natur- und Landschaftspflege

Landwirte leisten einen wichtigen Beitrag zur Natur- und Landschaftspflege, ihre Hofläden können zur ortsnahen Versorgung mit Grundnahrungsmitteln beitragen. Der Wald ist nicht nur Holzfabrik, er hat eine wichtige Schutzfunktion (Klima- und Hochwasserschutz) und dient auch der Erholung.


5.) Kultur, Sport und Freizeit: Quelle von Lebensqualität und Lebensfreude

Kultur

Kultur ist kein Luxus, sondern elementare Grundlage unseres gesellschaftlichen Lebens. Sie leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Lebensqualität und zur Attraktivität unserer Stadt. Bad Homburg kann stolz auf ein vielfältiges kulturelles Angebot sein. Kultur sowie kulturelle Einrichtungen und Projekte sind mehr als ein „weicher Standortfaktor“. Eine freie, vielfältige und unabhängige Kunst- und Kulturszene hat eine wichtige soziale und gesellschaftspolitische Funktion und eine notwendige identitätsstiftende und integrative Aufgabe.

Sport

Sport ist zentraler Bestandteil unseres kulturellen und sozialen Lebens. Er trägt zu Lebensqualität, Lebensfreude und Gesundheit bei. Er bedeutet Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben und praktische Integrationspolitik. Insbesondere bei der sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen spielt der Sport eine bedeutende Rolle. Die Kinder- und Jugendarbeit der Vereine muss deswegen ein Schwerpunkt der Sportförderung sein.

Freizeit

Keine Ebene politischen Handelns kann auf die Mitwirkung der zahllosen Verbände, Vereine und Initiativen verzichten, in denen sich bürgerschaftliches Engagement organisiert. Unsere Heimatstadt erfreut sich eines regen Vereinslebens. Die soziale Funktion der Vereine ist unschätzbar.


6.) Wirtschaft, Verwaltung und Finanzen: Standortvorteile, die es zu nutzen gilt

Der Wirtschaftsstandort Bad Homburg besticht durch seine ideale Lage am nördlichen Rand der Metropole Frankfurt mit seiner Nähe zum Flughafen, zur Messe und seiner günstigen Verkehrsinfrastruktur. In seiner repräsentativen Lage am Fuße des Taunus profitiert Bad Homburg von den Standortvorteilen der Rhein-Main-Region als einem der führenden Finanz-, Wirtschafts- und Kulturzentren in Deutschland und Europa. Um die Rhein-Main-Region gegenüber anderen Regionen in Europa zu stärken, ist organisatorisch und politisch ein Regionalkreis als neue demokratisch legitimierte Verwaltungseinheit zwischen Land einerseits und Kommunen andererseits zu schaffen. Die Kur, das produzierende Gewerbe und der Dienstleistungssektor sind mit dem Handel und Handwerk die ökonomischen Standbeine der Stadt und garantieren eine sichere und wirtschaftliche Zukunft.

Kommunale Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik

Wir Sozialdemokraten wollen den Standort Bad Homburg stärken und ausbauen. Kommunale Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik kann und muss die staatliche Politik unterstützen und ergänzen. Die Erschließung und Pflege der lokalen Potenziale und der regionalen Wirtschaftsbeziehungen bieten dabei besondere Chancen.

Verwaltung und kommunale Organe

Die SPD tritt für ein transparentes, flexibles, effizientes und konsequentes Handeln der politischen Gremien und der Stadtverwaltung ein.

Finanzrahmen

Solide gestaltende Finanzpolitik ermöglicht es, Freiräume für städtische Leistungen und Investitionen zu schaffen. Sie muss in erster Linie am Wohl der hier lebenden und arbeitenden Menschen orientiert sein.