Unser Kommunales Wahlprogramm 2006 - 2011
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Inhalt:
- Sozialpolitik: Die zentrale Aufgabe der Kommunalpolitik
- Stadtentwicklung: Sicherung der Lebensqualität und Gestaltung der Zukunft
- Verkehr: Mobilität hat eine Schlüsselfunktion
- Ökologie: Global denken – kommunal handeln
- Kultur, Sport und Freizeit: Quelle von Lebensqualität und Lebensfreude
- Wirtschaft, Verwaltung und Finanzen: Standortvorteile, die es zu nutzen gilt
1.) Sozialpolitik: Die zentrale Aufgabe der Kommunalpolitik
Soziale Verantwortung für Bad Homburg
Eine engagierte Sozialpolitik und eine gute soziale Infrastruktur
sind wichtige Standortfaktoren und damit zentrale Aufgaben der Kommunalpolitik.
Der Zusammenarbeit zwischen städtischen Institutionen und freien Trägern sowie
der engen Vernetzung mit privaten Initiativen kommt dabei eine große Bedeutung
zu. Für die freien Träger und privaten Initiativen fordert die SPD daher eine
höhere Planungssicherheit durch langfristige organisatorische und finanzielle
Zusagen.
- Unterstützung der vielfältigen Formen ehrenamtlichen Engagements.
- Schaffung von attraktiven Vergünstigungen für die neu eingeführte „Ehrenamts-Card“, mit der das freiwillige Engagement in Vereinen gefördert und gewürdigt wird. Gleiches gilt für die „Jugendleiter-Card“ für engagierte Jugendliche, die Verantwortung für andere übernehmen.
- Unterstützung der wertvollen Arbeit unserer Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen unserer Stadt und im Kreis. Gerade nach Streichung von Landesmitteln im Sozialbereich ist dies besonders notwendig. Das Angebot der Schuldnerberatung muss ausgebaut werden.
- Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Glaubensgemeinschaften.
Politik für Kinder- und Jugendliche
Auch eine Kurstadt sollte für Kinder und Jugendliche attraktiv
sein. Immer noch ist das Angebot für junge Bad Homburger nicht ausreichend.
Kommunale Jugendpolitik muss darauf ausgerichtet sein, den heranwachsenden
Jugendlichen Orientierung zu geben und die Mitwirkung an politischen
Entscheidungen zu ermöglichen.
- Bessere Mitsprachemöglichkeiten für Jugendliche, z.B. in Form eines Jugendforums oder -parlaments.
- Anstoß für eine Diskothek in Bad Homburg und mehr Freizeitangebote (Mitternachtsport, Skaterläufe, Open-Air-Kino usw.).
- Mehr Bolz- und Streetballplätze.
- Verbesserung der Jugendarbeit in den Stadtteilen.
- Ausweitung der Öffnungszeiten der Jugendclubs insbesondere an den Wochenenden und in den Ferien.
- Ausweitung des „Bad Homburger Sommer“ von zwei auf drei Wochen.
- Intensivierung der Jugendaustauschprogramme mit den Partnerstädten nicht nur auf Vereinsebene, z.B. durch einen Austausch von Praktikanten und Auszubildenden.
- Mehr Jugendsozialarbeit vor Ort durch Streetworker, auch in den Stadtteilen.
- Unterstützung der wichtigen Arbeit der Jugendberufshilfe sowie aller Initiativen und Projekte, die Jugendliche in Ausbildung bringen (wie z.B. das Projekt „Fördern und Fordern“)
- Unterstützung der Maßnahmen zur Drogenprävention und Suchtkrankenhilfe. Auch Zigaretten, Alkohol und insbesondere Alkopops machen süchtig.
Politik für Familien
Elternrolle und Berufstätigkeit sollten zukünftig besser vereinbar
sein. Durch gezielte Hilfsangebote für Familien und Kinder verhindern wir
frühzeitig Fehlentwicklungen und soziale Ausgrenzungen sowohl bei den Müttern
und Vätern als auch bei den Kindern. Differenzierte und qualitativ hochwertige
Betreuungsangebote helfen Kindern von Anfang an, ihre Lernfähigkeit und
Kreativität zu entfalten und zu entwickeln. Der Umfang der Kinderbetreuung muss
ausgeweitet werden und sich stärker an den Bedürfnissen der Kinder und Eltern
orientieren.
- Bad Homburg braucht deutlich mehr Krippen-, Hort und Ganztageskindergartenplätze. In den nächsten vier Jahren sind 100 neue Krippenplätze und ebenso viele Hortplätze zu schaffen.
- Gemeinsame Projekte mit Partnern in der Wirtschaft, wie z.B. die Einrichtung von Betriebskindergärten, werden auch unter dem Aspekt der Wirtschaftsförderung unterstützt.
- Förderung und Erweiterung des wichtigen Tagesmütterprojekts als weiterer Ergänzung des Betreuungsangebots.
- Kostenfreie Bereitstellung von Betreuungsplätzen von der Krippe bis zur Grundschule.
Schulen
Nur in eigener Trägerschaft kann die Stadt unmittelbaren Einfluss
auf die schulischen Angebote nehmen. Wir setzen uns weiter dafür ein, den
bisherigen abrupten Übergang vom Kindergarten in die Schule fließender und
flexibler zu gestalten. Dazu soll es feste Kooperationen und Partnerschaften
zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen geben.
- Übernahme der Schulträgerschaft bei den Grundschulen.
- Unterstützung der Initiativen für Ganztagesangebote und Betreuungsschulen (wie z.B. an der Hölderlinschule).
- Ausbau der Betreuten Grundschule mit Erweiterung auf die dritten und vierten Klassen. Unterstützung privater Initiativen zur Hausaufgabenbetreuung.
- Erhalt der Pestalozzi-Schule in Bad Homburg bzw. Erweiterung an anderer Stelle in unserer Stadt.
- Erweiterung der Humboldtschule auf dem Gelände der Georg-Kerschensteiner-Schule.
Politik für Frauen
Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern auf allen
gesellschaftlichen Feldern gehört zu den grundsätzlichen Zielen
sozialdemokratischer Politik.
- Unterstützung der wichtigen Arbeit des Frauenhauses. Dringend erforderlich ist ein Nachsorgeprojekt.
- Sicherung der Zukunft des Frauenbildungszentrums in Bad Homburg.
Politik für Senioren
Ziel der kommunalen Seniorenpolitik ist es, ein würdevolles Leben
im Alter zu ermöglichen und notwendige Hilfsangebote bereitzustellen. Wir
möchten ältere Menschen ermutigen, sich bürgerschaftlich zu engagieren und ihr
Wissen und ihre Erfahrung in das gemeinschaftliche Leben einzubringen. Einen
größeren Stellenwert müssen dabei generationenübergreifende Angebote bekommen.
Ein großes Thema ist und bleibt das Wohnen im Alter. Viele ältere
Menschen wollen dauerhaft selbstständig in ihren bisherigen Wohnungen leben.
Das wollen wir unterstützen. Dabei werden wir gemeinsam mit den
Wohnungsbaugesellschaften und den freien Wohlfahrtsverbänden vor allem auf ein
stärker in die Stadtteile integriertes Wohnungsangebot für ältere Menschen und
auf die intensivere Verknüpfung von Wohnen und Betreuungsangeboten achten.
- Errichtung einer Seniorenwohnanlage mit Betreutem Wohnen (Service-Wohnen) in den südlichen Stadtteilen (Gonzenheim, Ober Eschbach, Ober Erlenbach) in privater oder gemeinnütziger Trägerschaft.
- Effizientes und leistungsfähiges Angebot an ambulanten Dienstleistungen, das an den Bedürfnissen der Senioren orientiert ist. Unterstützung der Service-Stelle „Älter Werden“.
- Bereitstellung eines bedarfsgerechten Angebots an Urlaubspflegebetten.
- Mehr Kulturangebote für Senioren in den einzelnen Stadtteilen.
- Unterstützung des neuen ambulanten Hospizdienstes. Errichtung eines stationären Hospizes gemeinsam mit anderen Vordertaunuskommunen.
Politik für behinderte Mitbürger
- Betreutes Wohnen für Behinderte muss auch trotz hoher Mieten in Bad Homburg möglich sein.
- Bedarfsgerechte Erweiterung des Angebots von barrierefreien Wohnungen sowie barrierefreier Zugang zu allen öffentlichen Dienstleistungen und Veranstaltungsorten.
- Förderung integrativer Projekte.
Engagement für ausländische Mitbürger
Integration bedeutet nicht das unterschieds- und gesichtslose
Aufgehen in der sozialen und kulturellen Umgebung. Selbstentfaltung und
Selbstbestimmung machen ein Miteinander erst möglich. Jeder muss sich in die
Gesellschaft integrieren, die Gesellschaft muss es aber auch zulassen und die
Voraussetzungen dafür schaffen.
- Unterstützung integrativer Maßnahmen und Initiativen.
- Kommunales Wahlrecht auch für Nicht-EU-Ausländer.
- Gezielte Förderung und Werbung für alle Initiativen zur Sprachförderung fremdsprachiger Mitbürger.
- Förderung muttersprachlichen Unterrichts.
- Umfassende Unterstützung der wichtigen Arbeit des Ausländerbeirats.
2.) Stadtentwicklung: Sicherung der Lebensqualität und Gestaltung der Zukunft
Die SPD tritt für eine familien-, kinder- und jugendfreundliche
sowie senioren- und behindertengerechte Entwicklung der gesamten Stadt und
ihrer öffentlichen Einrichtungen ein. Die städtebauliche Entwicklung kann nur
auf der Grundlage verbindlicher Bebauungspläne gesteuert werden. Sie sollen ein
Konzept für ein funktional zusammenhängendes Stadtgebiet beinhalten. Unter
Beibehaltung und Pflege historischer Bezüge und vorhandener Lebensqualitäten,
unter Berücksichtigung ökologischer Belange sowie mit Förderung
identitätsstiftender Maßnahmen und Aktivitäten sind Chancen zu
Eigenentwicklungen zu ergreifen und zu einer modernen, sozialen und lebendigen
Stadt zu führen.
Leitlinien der städtebaulichen Entwicklung
- Stärkung der zentralen Funktion Bad Homburgs durch Intensivierung
der Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten und -gemeinden.
- Kooperation mit den Nachbarstädten bei Leistungen und Diensten der
städtischen Verwaltung, bei Errichtung und Betrieb kommunaler Bildungs-,
Freizeit- und Erholungseinrichtungen sowie bei Planung und Realisierung von
Infrastruktur.
- Unterstützung des Einzelhandels durch abgestimmte
Gewerbeansiedlung unter Ausschluss des großflächigen Einzelhandels außerhalb
des Stadtgebietes.
- Einbeziehen des Schlossplatzes in die innerstädtische
Freiraumgestaltung; Nutzung für kulturelle Veranstaltungen unter Einbindung des
Schlossgartens.
- Aufwertung der Bahnhofsumgebung durch eine attraktive Gestaltung
und Bebauung sowie Sanierung vorhandener Gebäude für Dienstleistungs- und kulturelle
Zwecke; Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes einschließlich Busbahnhof,
Fahrradabstellanlagen und Bau einer Tiefgarage.
- Nutzung des Geländes des ehemaligen Bundesausgleichsamtes
ausschließlich für den Gemeinbedarf.
- Lärm schadet der Gesundheit. Der Lärmminderungsplan muss endlich
umgesetzt werden.
Zukunftsfähige sowie kostengünstige Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung
- Aktive kommunale Liegenschaftspolitik mit Schwerpunkt auf der
Vergabe in Erbbaurecht.
- Realisierung attraktiver Wohngebiete mit Betonung von
familiengerechter und ökologisch orientierter Bauweise sowie familiengerechtes
Wohnen in Niedrigenergiehäusern.
- Planungsrecht für neue Wohngebiete zur Unterstützung
kostengünstigen Wohnungsbaus durch Wohnungsbaugesellschaften.
- Entwicklung des ehemaligen Vickers-Geländes für Wohnbebauung an
der Frölingstraße bzw. Gewerbeansiedlung am Schaberweg.
- Belebung der Innenstadt durch die Sicherung und Ausbau des
Wohnungsbestandes.
- Abriss des maroden Parkhauses im Dorotheenquartier, Neuentwicklung
mit aufgelockerter Wohnbebauung und öffentlichen Freiflächen.
- Weiterführung der Umgestaltung der Louisenstraße einschließlich
Kurhausvorplatz.
- Erweiterung der Kurhausgarage mit Zufahrt von der Thomasbrücke;
Sperrung der Thomasstraße für den Individualverkehr.
- Sicherung der Grundstücke Fa. Mahle / Fa. Daimler-Benz für
produzierendes Gewerbe.
- Zügige Entwicklung im Gewerbegebiet südlich des Bahnhofs zur
Ansiedlung von Firmen.
- Entwicklung des Stadtwerke-Areals am Europakreisel vordringlich
für Wohnbebauung.
- Aktivierung des Bebauungsplans „Am Bornberg“ und Vergabe
städtischen Geländes zur Förderung familiengerechten Wohnens.
- Erweiterung der Bebauung „Am Hühnerstein“ in Ober-Erlenbach.
- Bebauung des Geländes des ehemaligen Darmstädter Hofes in
Gonzenheim. Die Gesamtgestaltung muss sich in die städtebauliche Situation des
Gunzoplatzes einfügen.
- Attraktive Gestaltung mit verstärkter Verkehrsberuhigung der
Ortsmittelpunkte in Gonzenheim, Ober-Eschbach und Ober-Erlenbach.
Soziale Infrastruktur
- Weiterführung des Bebauungsplan-Verfahrens für den Neubau der
Pestalozzischule auf dem Gelände am Bommersheimer Weg; eine weitere Bebauung
des Platzenbergs ist auszuschließen.
- Sicherung von wohnortnaher Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern
des täglichen Bedarfs.
- Erhalt, Renovierung und verstärkte Nutzung von sozialen und
kulturellen Einrichtungen in den Stadtteilen, wie etwa das Alte Rathaus in
Ober-Eschbach und die Alte Schule/Altes Rathaus in Ober-Erlenbach (z. B.
Heimatstube, Senioren-/Jugendwerkstatt, Jugendtreff).
- Errichtung eines sozialen und kulturellen Zentrums „Süd“ für Jung
und Alt in Gonzenheim (z. B. Heimatstube, Senioren-/Jugendwerkstatt,
Jugendtreff).
- Erweiterung des Spielplatzangebotes für Kinder im Alter von 6 bis
12 Jahren.
- Städtische Belegrechte erhalten; Sicherung der bestehenden
Mietverträge bzw. Unterstützung bei der Wohnungssuche für Mieter der aus dem
Belegrecht der Stadt herausfallenden Wohnungen.
Helfen und Retten
- Verlegung der Rettungsdienste des DRK aus der Innenstadt an den
Niederstedter Weg.
- Unterstützung und Erhalt der Freiwilligen Feuerwehren in den
Stadtteilen und Förderung ihrer wertvollen Jugendarbeit.
Sicherheit und Prävention
- Erhöhung der Sicherheit auf den Straßen und Plätzen für ein
höheres Sicherheitsgefühl.
- Förderung präventiver Maßnahmen in den Feldern der Drogen- und
Suchtprävention, der Kriminalitätsprävention, der Prävention von Gewalt und
sexuellem Missbrauch gemeinsam mit den vielen engagierten Institutionen und
Organisationen.
- Unterstützung der Arbeit des Präventionsrats zur Bündelung der
vielfältigen Ansätze der Präventionsarbeit staatlicher und kommunaler
Instanzen, der freien Träger und dem gesellschaftlichen Engagement der
Bürgerinnen und Bürger.
3.) Verkehr: Mobilität hat eine Schlüsselfunktion
Kein Verkehrsträger kann die vorhersehbaren Steigerungen des
Verkehrsaufkommens allein bewältigen. Mobilität lässt sich nur durch ein enges
Zusammenspiel unterschiedlicher Verkehrsträger sichern, wobei einer
flächendeckenden Versorgung mit bezahlbaren Dienstleistungen des ÖPNV eine
ökologische und soziale Schlüsselfunktion zukommt.
Fußgängerverkehr
- Eine Untersuchung des Fußgängerverkehrs in unserer Stadt soll eine
Verbesserung der zielführenden Beschilderung, der Wegequalität und der
Beleuchtung erreichen. Wichtig sind auch die Verknüpfung mit den Haltestellen
der öffentlichen Verkehrsmittel und die Einbeziehung der Wanderwege.
- Verkürzung der Wartezeiten an Fußgängerampeln, insbesondere in der
Umgebung von Kindergärten und Schulen.
- Sicherung der Schulwege für unsere Kinder durch eine deutlich
erkennbare Schulwegemarkierung im Umfeld der Grundschulen.
- Unterstützung der internationalen Aktion „Zu Fuß zur Schule“.
Radfahrerverkehr
- Bessere Verknüpfung der überörtlichen Radwege.
- Öffnung der Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung, wo es möglich
ist.
- Absenken aller Bordsteinkanten an Kreuzungen im Zuge von Radwegen
auf „Null“.
- Radfahren im Schritttempo sollte in der Fußgängerzone zugelassen
werden.
- Errichtung einer Fahrradstation (Fahrradparkhaus) am Bahnhof.
- Mehr Werbung fürs Radfahren (Öffentlichkeitsarbeit), Bewerbung um
das Gütesiegel „Fahrradfreundliche Stadt“.
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
- Verwirklichung der Regionaltangente West als direkte Verbindung
zum Flughafen.
- Zügige Verlängerung der U-Bahnlinie bis zum Bahnhof auf Basis der
im Stadtparlament getroffenen Beschlüsse.
- Attraktivitätssteigerung der Taunusbahn, nicht zuletzt um den
überörtlichen Verkehr aus dem Hintertaunus besser in den Ballungsraum zu
führen.
- Mehr Werbung für öffentliche Verkehrsmittel in unserer Stadt.
- Ergänzung des sanierten Bahnhofs durch eine Mobilitätsberatung,
eine Stadtinfo und ein Fahrradparkhaus.
- Verdichtung der bestehenden Taktzeiten von U- und S-Bahn mit
weiterer Ausweitung in die Abend- und Nachtstunden; bessere Verzahnung mit den
Stadtbussen.
- Mittelfristige Einführung einer entfernungsabhängigen
Tarifstruktur im RMV, um Tarifsprünge wie zwischen Nieder- und Ober-Eschbach
abzuschaffen.
- Erhalt der Nachtbuslinie von Frankfurt nach Bad Homburg.
- Optimierung des bestehenden Stadtbussystems mit dem Ziel einer
Neustrukturierung.
- Einführung einer Buslinie, die den Stadtteil Ober-Erlenbach über
Seulberg mit Friedrichsdorf verbindet.
- Erleichterung des Umstiegs auf den ÖPNV für ältere Autofahrer
durch Überreichen einer Jahreskarte für den Stadtbus, wenn sie ihren
Führerschein abgeben.
Motorisierter Individualverkehr
- Umgestaltung der Peters-Pneu-Kreuzung durch einen Tunnel, der ein
Höchstmaß an Lärmschutz für die Anwohner bietet. Kein vierspuriger Ausbaus der
Saalburgchaussee.
- Direkter Anschluss des Sportzentrums Nord-West an die
Saalburg-Chaussee bei Großveranstaltungen.
- Tempo 30 nicht nur für die Wohngebiete, sondern auch in der
Innenstadt.
- Aufbau eines modernen Parkleitsystems. Das bisher ungenügend
beschilderte und nicht die aktuelle Kapazität verfügbarer Parkplätze anzeigende
System ist überholt und reduziert nicht den Parkplatzsuchverkehr.
- Der Anschluss Südring/Pappelallee wird durch ein sog. „viertes
Ohr“ zu einem vollwertigen und leistungsfähigen Knotenpunkt ausgebaut.
- Verlegung der Ausfahrt von den Saalburgparkplätzen auf die B 456,
damit der Verkehr dort sicherer fließen kann.
4.) Ökologie: Global denken – kommunal handeln
Ökologie – nachhaltiges Denken und Handeln in allen Bereichen
Die SPD tritt für eine nachhaltige Entwicklung aller Bereiche des
Lebens und Wirtschaftens ein. Eine integrierte Umweltpolitik sollte als
ressortübergreifende Aufgabe verstanden werden. Die Stadt hat eine
Vorbildfunktion, muss auf Bürger und Unternehmen zugehen, muss fördern und
fordern. Bad Homburg ist Mitglied im Klimabündnis: Wir alle müssen dazu
beitragen, den Ausstoß von CO2 (Kohlendioxid) zu reduzieren.
Energie ist endlich
Die fossilen Energieträger (Kohle, Öl, Gas) sind begrenzt und
werden immer teurer. Die Zukunftsfähigkeit und Unabhängigkeit unserer Stadt
erfordert einen intelligenteren Umgang mit Energie. Sie muss effektiver
eingesetzt, der Einsatz regenerativer Energien gesteigert werden. Dazu gehört
auch die CO2neutrale Verbrennung land- und forstwirtschaftlicher Produkte.
- Ergebnisse des Ökomonitorings (regelmäßige Erfassung
umweltrelevanter Daten) sind umzusetzen. Bürger und Unternehmen müssen durch
Informationsveranstaltungen und Vorbildfunktion der Stadt zu Investitionen
angeregt werden. Energie sparen heißt Kosten sparen (Ökoprofit).
- In den Neubaugebieten ist der Einsatz von Nahwärmeversorgungen
vorzusehen. Bei der Planung der Häuser ist eine Energiegewinnung mit
Solarzellen zu berücksichtigen.
- Der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung zur Strom- und Wärmeerzeugung
in öffentlichen Gebäuden ist zu forcieren.
- Im städtischen Fuhrpark und bei den Stadtbussen sind
umweltfreundliche Fahrzeuge einzusetzen, die auch mit Rußpartikelfiltern
ausgerüstet sind.
Wasser ist Leben
Bad Homburg wäre keine Kurstadt ohne die berühmten Heilquellen.
Sie müssen genauso geschützt werden wie unser Quell- und Grundwasser.
- Die Stadtwerke garantieren die hohe Qualität und
Versorgungssicherheit unseres Trinkwassers. Eine Liberalisierung des
Wassermarktes würde die nachhaltige ortsnahe Versorgung gefährden und wird
daher abgelehnt.
- Verbesserung der Wasserqualität in den südlichen Stadtteilen.
- Bei Neubauten sollten Brauchwasserzisternen verbindlich sein.
- Geeignete Wege, Plätze und wenig befahrene Anliegerstraßen sind zu
entsiegeln.
- Die Öffnung und Renaturierung von Bächen ist weiter zu führen.
- Hochwasser braucht Platz. Retentionsräume (Überschwemmungsgebiete)
verhindern Hochwasserschäden im bebauten Gebiet.
Abfall ist kein Müll
Die Verringerung der Gesamtabfallmenge durch Müllvermeidung hat
oberste Priorität. Unvermeidlicher Abfall ist möglichst wieder zu verwerten
(Recycling).
- Einführung der Biotonne auf freiwilliger Basis.
Natur- und Landschaftspflege
Landwirte leisten einen wichtigen Beitrag zur Natur- und Landschaftspflege,
ihre Hofläden können zur ortsnahen Versorgung mit Grundnahrungsmitteln
beitragen. Der Wald ist nicht nur Holzfabrik, er hat eine wichtige
Schutzfunktion (Klima- und Hochwasserschutz) und dient auch der Erholung.
- Streuobstwiesen (z.B. Kirdorfer Feld) sind Lebensraum für Flora
und Fauna. Sie müssen erhalten und gepflegt werden.
- Ökologisch ausgerichtete Bewirtschaftung des Stadtwalds als
Erholungsraum unter Berücksichtigung der Naturschutzvorgaben.
- Förderung und Ausbau des Regionalparks in Zusammenarbeit mit den
beteiligten Kommunen des Rhein-Main-Gebiets.
5.) Kultur, Sport und Freizeit: Quelle von Lebensqualität und Lebensfreude
Kultur
Kultur ist kein Luxus, sondern elementare Grundlage unseres
gesellschaftlichen Lebens. Sie leistet einen maßgeblichen Beitrag zur
Lebensqualität und zur Attraktivität unserer Stadt. Bad Homburg kann stolz auf
ein vielfältiges kulturelles Angebot sein. Kultur sowie kulturelle
Einrichtungen und Projekte sind mehr als ein „weicher Standortfaktor“. Eine
freie, vielfältige und unabhängige Kunst- und Kulturszene hat eine wichtige
soziale und gesellschaftspolitische Funktion und eine notwendige
identitätsstiftende und integrative Aufgabe.
- Erhalt der kulturellen Identität in einer gemeinsamen Kulturregion
Rhein-Main. Regionale Zusammenarbeit ohne Zwangsmaßnahmen, Verhinderung des
Kulturzwangsverbands.
- Unterstützung des Engagements von Sponsoren und Mäzenen, ohne die
kulturelle Höhepunkte wie Fugato oder die Blickachsen nicht durchgeführt werden
könnten.
- Ausbau und Erweiterung des Kulturangebots für Kinder und
Jugendliche, z.B. durch ein Musikfestival, einen Jugendliteraturpreis oder
Schultheatertage.
- Unterstützung von Vereinskultur und privaten Projekten, weitere
Förderung bestehender Veranstaltungen und Einrichtungen wie z.B. Kleine Oper,
KunstWerkStadt, Artlantis oder Volksbühne.
- Erwerb des Gotischen Hauses zur Sicherstellung der Funktion als
Museum und Konzertpodium.
- Neuer angemessener Standort für das Stadtarchiv, z.B. im
denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Güterbahnhofs.
- Weitere kulturelle Nutzungen bei der geplanten Entwicklung des
Geländes hinter dem Bahnhof, z.B. im ehemaligen Lokschuppen.
- Nach erfolgreichem Neubau und Renovierung Unterstützung der Bad
Homburger Stadtbibliothek bei Ankäufen und Veranstaltungen.
- Förderung der Volkshochschule und ihres wichtigen Bildungsauftrags
trotz erheblich gekürzter Landesmittel.
- Bessere finanzielle Ausstattung der Englischen Kirche als
Ausstellungsfläche, Konzertpodium und Kleinkunstbühne mit Programmvielfalt.
- Erweiterung der Hölderlintage mit kulturellen und
wissenschaftlichen Veranstaltungen rund um die Verleihung des Hölderlinpreises.
- Stärkere Einbeziehung des Schlosses in das kulturelle Leben der
Stadt, z.B. durch Konzerte im Schlosshof.
- Weitere Pflege und Förderung der Städtepartnerschaften und
Hilfsprojekte durch regelmäßige Treffen und auch kulturellen Austausch.
- Weitere Erforschung der Bad Homburger Stadtgeschichte, Fortführung
der Forschungsarbeiten zum Alter unserer Stadt.
Sport
Sport ist zentraler Bestandteil unseres kulturellen und sozialen
Lebens. Er trägt zu Lebensqualität, Lebensfreude und Gesundheit bei. Er
bedeutet Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben und praktische
Integrationspolitik. Insbesondere bei der sozialen Entwicklung von Kindern und
Jugendlichen spielt der Sport eine bedeutende Rolle. Die Kinder- und
Jugendarbeit der Vereine muss deswegen ein Schwerpunkt der Sportförderung sein.
- Nutzungsmöglichkeit von Sportanlagen auch für nicht
vereinsgebundene Sportler.
- Erweiterung des Schulsportangebots.
- Unterstützung von Initiativen zur Sport- und Bewegungsförderung
von Kindern und Jugendlichen.
- Verstärkte Unterstützung von Sportangeboten für sozial und
gesundheitlich Benachteiligte.
- Kostenlose Bereitstellung von Sporthallen und -plätzen und
Modernisierung bestehender Sporteinrichtungen.
- Finanzielle und praktische Unterstützung bei der Schaffung und
Unterhaltung vereinseigener Sportanlagen.
- Gerechte und vernünftige Belegung der Sporthallen, Sportplätze und
anderer Sportstätten.
Freizeit
Keine Ebene politischen Handelns kann auf die Mitwirkung der
zahllosen Verbände, Vereine und Initiativen verzichten, in denen sich
bürgerschaftliches Engagement organisiert. Unsere Heimatstadt erfreut sich
eines regen Vereinslebens. Die soziale Funktion der Vereine ist unschätzbar.
- Weiterhin unentgeltliche Nutzung der städtischen Räumlichkeiten in
Bürger- und Vereinshäusern für Vereine.
- Erhalt der Buschwiesen als öffentlich nutzbare Freifläche, Ausweis
einer weiteren Fläche als Freizeitgelände mit Grillmöglichkeit.
- Realisierung der Landgräflichen Gartenlandschaft mit Anbindung an
den Schlosspark, Wiedereröffnung des Gustavsgartens für die Allgemeinheit.
- Erhalt und Pflege von Kurpark, Jubiläumspark, Schlosspark und
Stadtwald als Erholungsgebiet und grüne Lunge der Stadt.
- Erschließung der Bachläufe als Naherholungszone besonders in den
Stadtteilen.
- Erhalt von Kleingärten als wichtige Bestandteile innerstädtischen
Grüns.
- Unterstützung der Bemühungen des Laternenfestvereins für eine
behutsame bürgernahe Umgestaltung unseres größten Volksfestes.
- Herstellung der versprochenen Hundeauslauffläche in den Hackwiesen
in unmittelbarer Nähe zum Jubiläumspark.
- Wiedereröffnung einer besucherfreundlichen und der Umgebung
angepassten Bewirtschaftung des Schlosses und des Schlosshofes.
6.) Wirtschaft, Verwaltung und Finanzen: Standortvorteile, die es zu nutzen gilt
Der Wirtschaftsstandort Bad Homburg besticht durch seine ideale
Lage am nördlichen Rand der Metropole Frankfurt mit seiner Nähe zum Flughafen,
zur Messe und seiner günstigen Verkehrsinfrastruktur. In seiner repräsentativen
Lage am Fuße des Taunus profitiert Bad Homburg von den Standortvorteilen der
Rhein-Main-Region als einem der führenden Finanz-, Wirtschafts- und
Kulturzentren in Deutschland und Europa. Um die Rhein-Main-Region gegenüber
anderen Regionen in Europa zu stärken, ist organisatorisch und politisch ein
Regionalkreis als neue demokratisch legitimierte Verwaltungseinheit zwischen
Land einerseits und Kommunen andererseits zu schaffen. Die Kur, das
produzierende Gewerbe und der Dienstleistungssektor sind mit dem Handel und
Handwerk die ökonomischen Standbeine der Stadt und garantieren eine sichere und
wirtschaftliche Zukunft.
Kommunale Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik
Wir Sozialdemokraten wollen den Standort Bad Homburg stärken und
ausbauen. Kommunale Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik kann und muss die
staatliche Politik unterstützen und ergänzen. Die Erschließung und Pflege der
lokalen Potenziale und der regionalen Wirtschaftsbeziehungen bieten dabei
besondere Chancen.
- Kontinuierliche Investitionen in „weiche“ Standortfaktoren wie
kulturelles, schulisches und sportliches Angebot, neben den „harten“
Standortfaktoren wie der Verkehrsanbindung und einer aktiven Wirtschaftsförderung.
- Einrichtung aktiver Gesprächskreise über aktuelle Probleme und die
Zukunft des Wirtschafts- und Arbeitsstandorts Bad Homburg, um den Dialog
zwischen Stadt, Unternehmern und Arbeitnehmern zu fördern.
- Vergabe städtischer Aufträge vordringlich an die heimische und
regionale Wirtschaft.
- Ausweisung städtischer Gewerbegrundstücke verstärkt für die
Ansiedlung und Erweiterung von kleineren Betrieben, verbunden mit einer aktiven
Flächenbevorratung.
- Aktive Mittelstandsförderung durch Hilfestellungen bei Neugründungen
und Erweiterungen für Handwerks- und Gewerbebetriebe.
- Förderung und Unterstützung von Kurangebot und dessen
Weiterentwicklung als Gesundheitsstandort sowie der Spielbank als attraktive
Image- und Wirtschaftsfaktoren, um sie langfristig für unsere Stadt zu
erhalten.
Verwaltung und kommunale Organe
Die SPD tritt für ein transparentes, flexibles, effizientes und
konsequentes Handeln der politischen Gremien und der Stadtverwaltung ein.
- Verkürzung der Genehmigungsverfahren.
- Modernisierung der kommunalen Verwaltung unter Einbeziehung der
Arbeitnehmervertretung, damit die Stadtverwaltung zu einem bürgerorientierten
modernen Dienstleistungsbetrieb wird.
- Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen,
gemeinsame Durchführung von Querschnittsaufgaben.
- Wahrnehmung aller Aufgaben, die den Sonderstatus unserer Stadt
sichern.
- Verschlankung der politischen Gremien: Der von der SPD erreichten
Verkleinerung des Parlaments muss eine Verkleinerung und Reduzierung der Anzahl
der Ausschüsse folgen.
- Drei hauptamtliche Dezernenten (Oberbürgermeister, Bürgermeister
und ein Stadtrat) sind ausreichend zur politischen Steuerung der Verwaltung;
dem muss auch eine entsprechende Verkleinerung des ehrenamtlichen Magistrats
folgen.
- Stetige Bürgermitwirkung an der Entscheidungsfindung: Wir wollen
den permanenten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.
- Beteiligung der Ortsbeiräte und Stärkung ihrer Rechte, Einrichtung
von Ortsbeiräten in allen Stadtteilen.
Finanzrahmen
Solide gestaltende Finanzpolitik ermöglicht es, Freiräume für
städtische Leistungen und Investitionen zu schaffen. Sie muss in erster Linie
am Wohl der hier lebenden und arbeitenden Menschen orientiert sein.
- Sparsame und auf den effektiven Einsatz öffentlicher Mittel
gerichtete Haushaltsführung unter dem Prinzip der Nachhaltigkeit: wir dürfen
nicht heute auf Kosten der Generationen von morgen leben.
- Ansiedlung neuer Unternehmen und Schaffung attraktiver
Ausbildungs- und Arbeitsplätze in einem vernünftigen Branchenmix. Die
einseitige Ausrichtung auf Dienstleistungsunternehmen lehnen wir ab, auch
produzierendes Gewerbe muss entsprechend unterstützt und seine Ansiedlung
gefördert werden.
- Entwicklung von gemeinsamen Projekten mit der Privatwirtschaft, um
Zielsetzungen schneller und kostengünstiger zu erreichen, jedoch unter Wahrung
der demokratischen Kontrolle.