Aus der Geschichte

 

   
Datum

Hinweis: Alle Namen sind nur bei der erstmaligen Erwähnung fett dargestellt.

 
 1 8 6 3 Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Erste Gründung einer Arbeiterpartei

(siehe hierzu die allgemeine Geschichte der SPD bei www.spd.de, > Partei > Geschichte).

Aus (Bad) Homburg sind aus dieser Zeit keine nennenswerten Aktivitäten bekannt.

 
1878 - 1890 (Nr. 1271.) Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie. Vom 21. Oktober 1878.
 

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen
 

verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths und des Reichstags, was folgt:

§ 1.

    Vereine, welche durch sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische Bestrebungen den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung bezwecken, sind zu verbieten.
    Dasselbe gilt von Vereinen, in welchen sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden, insbesondere die Eintracht der Bevölkerungsklassen gefährdenden Weise zu Tage treten.
    Den Vereinen stehen gleich Verbindungen jeder Art.
 
(Auszug aus dem Reichs=Gesetzblatt No 34. Ausgegeben zu Berlin den 22. Oktober 1878 - das sogenannte Sozialistengesetz)

 
22. September 1890 Die Versammlung in Messerschmitt's Lokal, in der auch für Abonnements der "Frankfurter Volksstimme" geworben wurde, kann als Geburtsstunde der Bad Homburger SPD angesehen werden.
Zu erwähnen sind hier insbesondere der Schuhmacher Friedrich Brühne und der Redacteur Gustav Hoch.
1891 Gründung der "Sozialdemokratischen Partei Deutschlands"
(Erfurter Programm)
1891 Der Gastwirt Georg Kappus kandidiert erstmals für die Stadtverordnetenversammlung. Er wird von einer Bürgervereinigung unterstützt.
1893 Friedrich Brühne wird im Wahlkreis Höchst, zu dem auch Homburg gehörte, in den Reichstag gewählt. Er gehört dem Reichstag 1893 - 1897 und 1907 - 1918 an. 1919/20 wird er Mitglied der Nationalversammlung in Weimar.
1899 Georg Kappus kandidiert erstmals als offizieller SPD-Kandidat.
1901 Kirdorf wird eingemeindet. Es wird vertraglich vereinbart, das Kommunalparlament um 6 Sitze (je 2 in den drei Klassen) zu erweitern. Diese Sitze sind für Kirdorfer reserviert.
 
1908 Gründung der SPD Obereschbach (Philipp Schäfer u.a.)
18. Oktober 1911 Gründung der SPD Gonzenheim in der Gaststätte "Stadt Friedberg" in Obereschbach
13. November 1911
1. Dezember 1911
Georg Kappus hat es geschafft! In der Stichwahl für die III. Klasse (so etwas gab es damals) kann er sich durchsetzen.
1913 Lagerhalter Heinrich Dippel schafft als zweiter SPD-Kandidat den Einzug ins Kommunalparlament.
15. Dezember 1915 Georg Kappus stirbt.
1917 Der Schreiner Heinrich Rößner rückt für Georg Kappus nach. Auch aus Kirdorf zieht erstmals ein Genosse in die Stadtverordnetenversammlung ein: Maurerpolier Heinrich Wehrheim 5.
1918 Dippel und Rößner wechseln in die neugegründete USPD ("Unabhängige" SPD); Wehrheim bleibt der "alten" SPD treu.
10. November 1918 Gründung von Arbeiter- und Soldatenräten. In dem 20-köpfigen Bad Homburger Arbeiterrat sitzen u.a.
von der USPD: von der SPD:
Dippel
Heupel
Müller
Repp
Rößner
Schneider
A. Walter
F. Walter
Schäfer
Denfeld
Hoyer
Odenweller
Rintelen
Wehrheim
 
 
 
 
 
30. November 1918 Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland
2. März 1919
Wahlkreuz
Erste Kommunalwahl nach dem 1. Weltkrieg. Der Stadtteil Kirdorf hat kein separates Kontingent mehr.
Partei Stimmen in % Sitze
USPD 935 13,6 4
SPD 1349 19,7 6
DDP 888 13,0 4
Zentrum 1732 25,3 8
DVP/DNVP 1380 20,2 6
Beamtenvereinigung 561 8,2 2
Summe 6485 100 30
 
Die Abgeordneten der USPD: Die Abgeordneten der SPD:
Heinrich Dippel, Lagerhalter August Schmid, Schreiner
Heinrich Rößner, Schreiner Jean Odenweller, Monteur
Aloys Walter, Former Heinrich Behrends, Schuhmacher
August Schäfer, Schlosser Fritz Rintelen, Schriftsteller
  Heinrich Wehrheim V., Maurer
  Felix Ettling, Former
  Im ehrenamtlichen Magistrat sitzen
Heinrich Dippel (USPD) und Oskar Huth, Privatgelehrter (SPD)
Juni 1920 Heinrich Wehrheim V. stirbt. Für ihn rückt die Beamtin Luise Reuter nach - damit zieht die erste Frau für die SPD in das Parlament ein.
  Für Oskar Huth, der sein Mandat niederlegt, rückt der Schriftsetzer Georg Geßner nach; nachdem dieser nach kurzer Zeit ebenfalls wieder verzichtet, folgt der Former Eduard Beitschall.
6. August 1920 In Bad Homburg wird eine Ortsgruppe der KPD gegründet.
16. Dezember 1921 Jean Odenweller stirbt. Der Maler Johann Denfeld rückt nach.
August Schäfer legt sein Mandat nieder - Nachrücker ist Heinrich Heupel, Krankenkassenkontrolleur.
14. Oktober 1922 Die Bad Homburger Ortsgruppen der USPD und SPD fusionieren im Gasthaus "Zur neuen Brücke" wieder zur SPD.
 
4. Mai 1924
Wahlkreuz
Wahl zur Stadtverordnetenversammlung - es gibt nur noch 27 Sitze.
Partei Stimmen in % Sitze
KPD 713 9,5 2
SPD 1581 21,1 6
DDP 869 11,6 3
Zentrum 1718 22,9 7
Liste Gerecht 181 2,4 -
DVP/DNVP 1858 24,7 7
Bürgerliste 585 7,8 2
Summe   100 27
 
Die Abgeordneten der SPD:  
Heinrich Dippel, Lagerhalter August Schmid, Schreiner
Otto Schreiber, Gewerkschaftsangestellter Oskar Huth, Privatgelehrter
Felix Ettling, Former Heinrich Rößner, Schreiner
  In den ehrenamtlichen Magistrat ziehen ein:
Heinrich Heupel und Oskar Huth. Für letzteren rückt der Maler Johann Denfeld ins Parlament nach.
Otto Schreiber, der sein Mandat niederlegt, wird durch Wilhelm Wimmer, Maler ersetzt.
1926/1927 Gründung einer NSDAP-Ortsgruppe.
 
17. November 1929
Wahlkreuz
Kommunalwahl
Partei Stimmen in % Sitze
Liste Riedel 1076 14,2 4
SPD 1581 20,9 6
DDP 399 5,3 1
Zentrum 1391 18,4 5
Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft 433 5,7 1
Wirtschaftspartei 700 9,2 3
DVP 812 10,7 3
DNVP 730 9,6 3
Allgemeine Bürgerliste 244 3,2 1
NSDAP 210 2,8 -
Summe   100 27
SPD wird stärkste Fraktion!
 
Die Abgeordneten der SPD:  
Heinrich Dippel, Lagerhalter August Schmid, Schreiner
Felix Ettling, Former Heinrich Rößner, Schreiner
Johann Denfeld, Maler Wilhelm Wimmer, Maler
  Im ehrenamtlichen Magistrat sitzt Heinrich Heupel.
 
1932 Karl Hartung, Schlosser von der Liste Riedel tritt zur SPD über.
10. März 1933 Letzte öffentliche Parteiveranstaltung im Kirdorfer "Grünen Baum"
 
12. März 1933
Wahlkreuz
Kommunalwahl
Partei Stimmen in % Sitze
KPD 961 9,8 3
SPD 1283 13,1 4
Staatspartei 303 3,1 -
Zentrum 1917 19,5 5
Heimatdienst 97 1,0 -
Notgemeinschaft 402 4,1 1
Schwarzweißrot * 900 9,2 2
NSDAP 3948 40,2 12
Summe   100 27
* DVP+Christlich-Sozialer Volksdienst+DNVP+Stahlhelm
 
22. Juni 1933 Verbot der SPD!
15. Dezember 1933 Auflösung der Stadtverordnetenversammlung
1933-1945 ... ein dunkles Kapitel ...
 
28. April 1946
Wahlkreuz
Erste Kommunalwahl nach dem 2. Weltkrieg (Wahlbeteiligung weniger als 65 %) mit folgendem Ergebnis:
Partei Stimmen in % Sitze
CDU 4104 39,4 11
SPD 2951 28,3 7
LPD 2432 23,3 6
KPD 983 9,0 *
Summe 10425 100 24
* (Keine Sitze wegen 15%(!)-Sperrklausel.)
 
Die SPD bildete eine Koalition mit der LPD.
 
Unser hauptamtlicher Stadtrat (Magistrat) 1946
  • Erich Paesler, Diplom-Volkswirt
Unsere ehrenamtlichen Stadträte (Magistrat) 1946
  • Wilhelm Geldmacher, Handelsvertreter (bis 1947)
  • Johann Heinrich Denfeld, Maler und Weißbinder
  • Peter Will, Kaufmann (ab 1947)
Unsere Stadtverordneten 1946
  • Fritz Velten, Lehrer
  • Felix Ettling, Mechaniker (Stadtverordnetenvorsteher-Vertreter ab 1947)
  • Karl Fleiß, Rangierführer a.D. (bis 1947)
  • Therese Mollath, Regierungsinspektorin
  • Peter Löchel, Geschäftsführer (bis 1947, Stadtverordnetenvorsteher-Vertreter)
  • Anton Quell, Lederarbeiter (Nachrücker für die in den Magistrat gewechselten)
  • Wilhelm Schädel, Mechaniker (Nachrücker für die in den Magistrat gewechselten)
  • Josef Walter (ab 1947)
  • Eduard Gießen (ab 1947)
 
Quellen u.a.:
Gerhard Beier/Brunhilde Hoffmann: "Wir fangen erst richtig an ..." - Historische Anmerkungen zum hundertsten Gründungstag der SPD Bad Homburg v.d.Höhe, 26. Okt. 1990, SPD Bad Homburg.